Philosophie

Leben bedeutet (mit-) zu teilen – unsere Herzen, unsere Geschichten.

Geschichten, die von unserer Sehnsucht nach Wahrheit getrieben und auf der Suche nach Freiheit auf das geballte Leben treffen. 

Seinen Kern anvisierend, es dabei Schicht für Schicht entblätternd, versinken wir in seinen Zwischenschichten, stolpern vorwärts und rückwärts. Jede gelöste Schale  erscheint als Verlust, deren Tränen gleichzeitig das Näherrücken des Gewinns eines noch unsichtbaren, er-lösenden Zieles sind.

Inmitten von Leere spüren wir, dass da gleichzeitig irgendwo Fülle ist... ein Licht, das im Dunkel nach uns greift. In dieser Sehnsucht nach erfülltem Lebem zeichnen unsere Geschichten durchdringend einen Weg, der uns jenseits der Suche finden lässt, was wir nur leise ahnen.

Deshalb erzähle ich Geschichten. Sie suchen sich dabei individuell ihre ganz eigene Sprache – in Wort und Schrift, Körper und Bewegung, Bild und Ton. Diese Kanäle sind der kleine, aber unausweichliche Weg meiner persönlichen Reaktion auf das Leben. Persönlich, und dennoch viel mehr umfassend als mein subjektives Selbst. In seiner Begrenztheit und Individualität im selben Moment einen neuen Winkel formend, verändernd, erweiternd, ja vielleicht wieder universell.

Dieser klein scheinende Winkel beansprucht nicht auf Antworten zu fokusieren, nicht einmal primär diese zu suchen. Und dennoch streckt er sich leidenschaftlich danach aus, die feinen Bewegungen im Schwenk des Scheins zu erkennen, die Wahrheit bergen und Richtung offenbaren.

Nur was in Bewegung ist, lebt. All diese scheinbar durcheinander wirbelnden Staubkörnchen im Schein der Lebensluft – ich liebe es, sie einzufangen – ja, ich bin ein leidenschaftlicher Sammler erlesender, erlebter Dinge. Details, Elemente, Puzzleteile. Vielleicht einfach, weil ich es liebe, zu ordnen, zu verbinden, zusammen zu fügen –  und dabei beinah als Nebenprodukt Neues aus Altbekanntem entsteht. Kosmos im Chaos. Einblick beim Anblick. Sinn- und Gesamtbild. Konzept und Regie. 

Kosmos, also geordnetes Chaos, verlangt die Erkenntnis der individuellen Identität. Im leisen Hören, feinen Erspüren, genauen Erforschen und zaglosen Experimentieren geschieht schließlich Identifikation. Nur wenn wir uns mit etwas identifizieren können, öffnen wir uns unserer eigenen Verletzlichkeit und werden befähigt, zu lieben.

Und wenn wir lieben, dann wagen wir uns nicht nur – wir können gar nicht anders, als zu teilen, was uns erfüllt und treibt - Liebe. Wahrheit. Freiheit. Leben. 

Deshalb ist meine Kunst nicht einfach für mich selbst, sondern gehört vielmehr all jenen, die sie im Erleben teilen. Und deshalb hören die Geschichten niemals auf, weil in ihrem Ende bereits der Anfang von etwas Neuem liegt.